Krebs-Kompass-Forum seit 1997  


Zurück   Krebs-Kompass-Forum seit 1997 > Krebsarten > Hodenkrebs

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 22.02.2023, 18:28
cooly cooly ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 27.07.2013
Beiträge: 85
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Zum Thema Hodenprothese:
Ich habe mir auch auf einer Seite eine Prothese einsetzen lassen. Ich hätte mir das ganze irgendwie einfacher vorgestellt. Es zwickt einfach immer ein bisschen, z.B. wenn ich nachts auf der Seite liege.

Mir wurde (ebenfalls in einer Uniklinik) gesagt, dass in den ersten Wochen nach dem Einsetzen ein regelmäßiges, mehrfach tägliches nach unten Ziehen der Prothese sehr wichtig sei, da sie ansonsten immer weiter nach oben rutscht. Bei mir ist die Prothese durch Annähen unten im Hodensack befestigt. Klar ist es von der Optik und Haptik her einfach nicht "natural" ;-)

Ich wünsche Dir alles Gute für das anstehende Staging!
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 22.02.2023, 20:08
Windbeutel Windbeutel ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2023
Beiträge: 17
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Danke für die schnellen Antworten und die guten Wünsche!

Bin dann schon etwas beruhigter, dass das Abheilen wohl in normalen Bahnen verläuft. Bin ja auch keine 20 mehr, so dass man den Zellen beim Heilen quasi zusehen kann.

Das mit dem Ziehen hat man mir übrigens auch geraten, nur ist der kleine Silikonklops gefühlt recht fest in der Mitte vernäht und nicht unten am Säckchen. Da ist nicht viel mit langziehen. Wenn ich wieder in der Sprechstunde bin, spreche ich das aber noch mal mit an.

Seit der OP betrachte ich den Ausdruck "jemandem die Eier lang ziehen" übrigens auch aus einer völlig neuen Perspektive...
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 23.02.2023, 10:19
Benedikt24 Benedikt24 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 26.11.2017
Beiträge: 86
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Hi,

Sorry, dass es dich auch erwischt hat, und super, dass du den wichtigsten Schritt schon mal hinter dir hast. Jetzt hofft man natürlich erstmal, dass es mit den weiteren Therapien bei Wait & See bleibt, aber selbst bei z.B. einer adjuvanten Chemo sollte die Sache dann ziemlich sicher erledigt sein. Ich schmeiß die beiden Therapieformen einfach mal so in den Raum, weil es meistens auf diese beiden Optionen hinausläuft.

Zitat:
Mich hats auch erwischt (49J.), vor 19 Tagen erfolgte die Entfernung des linken Hodens, nachdem ich nach ersten leichten Symptomen (sporadisches ziehendes Gefühl bei unglücklichem Kontakt, z.B. zu forsches Abtrocknen nach der Dusche und schleichender Größenverlust des Hodens) knapp zwei Jahre später dann auf dem Tisch lag.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Tumor über 2 Jahre lang gewachsen ist. Hast du am Ende den 2cm "Knubbel" auch ertasten können oder wie lief das dann beim Arzt ab?
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 23.02.2023, 19:14
Windbeutel Windbeutel ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2023
Beiträge: 17
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Nun, ich habe anfangs eine leichte Überempfindlichkeit bemerkt, wenn man unglücklich dran "geschnippt" hat. Außerdem hats manchmal in die Leiste gezogen. Habe erstmal nichts dabei gedacht und es gedanklich beiseite geschoben. Ende 40 zwackt immer mal was. Hat sich aber über etwa drei Monate nicht geändert, also Termin beim Urologen abgemacht - musste eh mal zur Kontrolle wegen vorhandener Nierenzyste (diese ist allerdings unverändert seit Jahren).

Der hat alles abgetastet und mit Ultraschall untersucht und nichts gefunden (Frühjahr 2021). Hat auf eine verschleppte Samenleiterentzündung getippt und erstmal Antibiotika verschrieben. Dazu auf eine Nervenverbindung zwischen LWS und Hoden hingewiesen und, da ich dort unregelmäßige Rückenschmerzen habe, erstmal MRT LWS verschrieben. Dort allerdings ohne Befund, die Bandscheiben und Wirbel sind OK und es klemmt nichts. Ich sollte daher, auch wegen der Niere, im 6-Monats-Rythmus zur Kontrolle. Irgendwie haben sich die Beschwerden nicht groß geändert, habe daher das Ganze etwas schleifen lassen und die Termine auch etwas ausgedehnt.

14. November 2022 dann neues Ultraschall und nun war ein ca. 15mm großer Fleck zu sehen. Die Empfindlichkeit hat, im Nachhinein betrachtet, auch etwas zugenommen und der linke Hoden war nun auffällig kleiner als der Rechte. Vor zwei Jahren nur ein wenig. Aber ansonsten keine Beschwerden.

Dann MRT des Unterleibs mit Kontrastmittel (22.12.22), bei welchem dann eine durchblutete Gewebeveränderung festgestellt wurde. 23.12. Erstmeinung Urologische Klinik 1, bei welcher ambulant eine Beprobung des auffälligen Hodens/Schnellschnitt und ggf. Entnahme angeboten wurde.

Ich wollte noch eine Zweitmeinung bei Klinik 2 am 19.01.23, schneller war kein Termin zu bekommen über den Jahreswechsel. Dort wurden auch das erste Mal Tumormarker im Blut bestimmt, aber ohne Befund. Nach dem Arztgespräch, welcher einen 2tägigen stationären Aufenthalt in Aussicht stellte und wenig Hoffnung auf Erhalt des Hodens machte, erfolgte dann die OP am 03.02.23.

Ich konnte die ganze Zeit keinen Knubbel ertasten; vielleicht auch daher, weil der Tumor auf dem MRT so aussah, als ob er komplett nach Innen gewachsen wäre und den Hoden "ausgehöhlt hat".

Gruß
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 05.03.2023, 10:32
Windbeutel Windbeutel ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2023
Beiträge: 17
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Kurzer Nachtrag:

CT-Befund ist da, kommende Woche dann damit zum Urologen. Der schickt das Ganze dann wohl weiter zum damals operierenden Klinikum und dort wird dann ein Fahrplan entwickelt oder aus der Schublade gezogen - wenn ich das richtig verstanden habe.

Kurzum: Keine auffälligen Lymphknoten (trotz Infiltration des Seminoms in die Rete Testis und nachgeweisener Lymphagioinvasion lt. Histologie) und keine erkennbaren Metasthasen in den Organen oder Knochen. Glück gehabt :-)

Der CT-Bericht spricht nebenbei noch von initialen Lungenemphasymen, ohne Anhalt für eine Embolie. Keine Ahnung, wie das kommen kann. Habe jedenfalls nie geraucht oder Asthma gehabt. Und bereits bekannte, kleine Nierenzysten wurden noch mal erwähnt. Da wird einem ja Angst und Bange, wenn man zum ersten Mal so richtig durchleuchtet wird...

Kann mir jemand vielleicht schon einen Teaser zeigen, wie es im Normalfall mit der o.g. Diagnose weitergeht? Also histologisch pT2, L1, V0, R0; ohne auffällige Lymphknotenschwellungen/Metasthasierungen? Muss ich mich auf ne Chemo einstellen, oder reicht ggf. wait-and-see?

Ist in beiden Fällen eine Reha angemessen bzw. habe ich Anspruch drauf?

Leider ist der ganze Ablauf immer wieder von Wartezeiten durchzogen, die trotz der günstigen Ergebnisse den Kopf immer wieder anwerfen und ihn Kreise ziehen lassen. Dieses Ungewisse über die anstehende Zeit macht einen Irre...und durch die S3-Leitlinie blicke ich irgendwie nicht durch.

P.S. die anfänglichen "Irritationen" werden besser, sind aber gut vier Wochen nach der OP immer noch vorhanden. Die sich auflösenden Nähte unten am Skrotum zwicken/sticheln bei Manipulation noch und das Gewebe um den ehemaligen Schnitt sieht aus wie ein kleiner, eng geschnürter Rollbraten, dem man das Netz weggeschnitten hat... ich hoffe, das vernarbt nicht dauerhaft so, sondern fügt sich noch.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 07.03.2023, 20:56
cooly cooly ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 27.07.2013
Beiträge: 85
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Erst mal Glückwunsch, dass es keine auffälligen Lymphknoten gibt, damit ist das Stadium IB gesichert :-)

Ich denke, dass man Dir eher zur aktiven Überwachung raten wird. Möglich ist aber auch eine adjuvante Chemotherapie (1 Zyklus Carboplatin, ambulant), um das Rezidivrisiko zu senken (bestenfalls zu halbieren).

Durch die Rete testis Invasion hast Du wohl ein etwas höheres Rezidivrisiko als im Optimalfall. Eine neuere Studie sagt aber, dass der Haupteinflussfaktor für das Rezidivrisiko die Tumorgröße ist, die bei Dir mit 2 cm noch recht klein ist.

Eine Quelle führt als Rezidivrisiko bei Rete testis Invasion rund 12% an (siehe Kap. 6.1.2.1 unter: https://www.onkopedia.com/de/onkoped...tml/index.html).

Das würde ich aber die Ärzte nochmal fragen und ggf. auch eine Zweitmeinung zur abschließenden Entscheidungsfindung einholen.

Onkologische Reha kannst Du beantragen (wenn ich mich richtig erinnere innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Behandlung).

Geändert von cooly (07.03.2023 um 21:02 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 07.03.2023, 21:15
Windbeutel Windbeutel ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2023
Beiträge: 17
Standard AW: Neu hier und Fragen nach OP, Irritationen im Schritt

Danke, das ist doch mal ein Ausblick. Mein Urologe hat sich übrigens krank gemeldet, der Termin von eigentlich heute wurde auf Freitag verschoben. Wenn er dann hoffentlich wieder fit ist...

Irgendwie wäre mir Risikominimierung schon wichtig, da die Reserve an funktionierenden Hoden ja nun aufgebraucht ist. Ich gehe mal in mich, ob ich nach dieser Carboplatinmethode frage. Wenn die Klinik nicht schon von allein drauf kommt.

Habe mittlerweile auch erfahren, dass mein Großvater väterlichseits im hohen Alter (80+, aber wohl lange verdrängt) ebenfalls betroffen war. Das war allerdings schon Anfang der 1980er und ich hatte das damals so en Detail gar nicht mitbekommen - und meine Mutter wohl verdrängt. Dazu habe ich Hodenhochstand/Pendelhoden als Kind gehabt, der wohl im Alter von sechs Jahren hormonell behandelt wurde. Hatte ich auch nur noch ganz dunkel in Erinnerung...

Nun denn, liegen ja scheinbar gute Voraussetzungen vor und ich fühle mich schon mal etwas besser...

Beste Grüße

Nachtrag 10.03.: Mein Hausurologe ist immer noch krank, ich habe mir schon mal vorsorglich einen Termin für die KZT-Sprechstunde für den 23.03. in jener Klinik geholt, die auch die OP durchgeführt hat. Und heute kam überraschend der Entlassungsbericht V3.0 aus eben dieser Klinik per Post. Darin wird, unter Vorbehalt des dort noch nicht eingegangenen CT-Ergebnisses, das Stadium Ib angeführt. Mal gucken, wann es wie weitergeht...

Geändert von Windbeutel (10.03.2023 um 21:04 Uhr)
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:32 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2024 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Volksbank Darmstadt Mainz eG · IBAN DE74 5519 0000 0172 5250 16 · BIC: MVBMDE55