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Alt 28.10.2004, 15:49
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Mein Sohn ist tot

Liebe Carmen,
als ich gerade Deine Zeilen und die von Sonja gelesen habe, fiel mir ein, was meine Tochter von meinem Enkel im Kindergarten erzählt hat. Dominik, so heißt unser Kleiner, sitzt seit dem Tod seines Opis im Kindergarten oft in einer Ecke und spielt:Ich bin tot. Dabei ist er so empfindlich geworden, dass niemand ihn auch nur scharf ansehen darf, er fängt sofort an zu jammern. Auch wenn er sich mal wehtut, was er früher locker weggesteckt hat, macht er jetzt daraus ein Drama und läßt sich mindestens 1 Stunde nicht beruhigen. Die Kindergärtnerin hat mit meiner Tochter ein Gespräch gesucht und hat ihr erklärt, dass Dominik den Tod seines geliebten Opis deshalb nicht verarbeiten kann, weil niemand mit ihm weint. Er sieht nur, dass Mama und Omi zwar mit ihm über den Opi reden, aber wenn er dabei ist, nicht weinen. Wir wollten den Kleinen schonen, aber laut Kindergärtnerin ist es genau das Falsche. Dominik möchte mit uns zusammen weinen und trauern und dass haben wir ihm bis jetzt noch nicht gegeben. Ich denke, dass es bei Deinen beiden Kleinen ähnlich ist. Also auch mein Rat: Es tut Euch sicher allen drei gut, wenn Ihr über den toten Bruder/Sohn redet, gemeinsam weint und zusammen trauert!
Wenn Du sagst, dass ein Teil von mir mitgestorben ist, weißt Du, wie es in mir aussieht. Ich fühle ich wie ein zweirädriger Karren, dessen eines Rad abgefallen ist und der jetzt zu nichts mehr nütze ist. Ich habe den Eindruck, als wenn ich einfach zu viel auf der Welt bin und würde am liebsten sterben um wieder bei ihm zu sein. Aber so einfach stirbt es sich nicht auch wenn das Herz noch so weh tut. So sitze ich abends da, habe die letzten Bilder von Uli vor mir, streichele sie, habe Kerzen brennen und denk an ihn. Dabei laufen dann die Tränen. Das ist so, und da müssen wir wahrscheinlich alle durch. Ich glaube aber, dass es für Dich noch viel viel schlimmer sein muss als für mich, meine Großmutter, die 1943 ihren Ehemann verloren hat und 1967 ihren Sohn, meinen Vater, hat immer gesagt:"Einen Ehemann zu verlieren ist schlimm, aber ein Kind zu verlieren, ist 1000 mal schlimmer." Also lass Dich in Gedanken ganz fest von mir in den Arm nehmen und drücken.
Ich denk an Dich
Beatrix
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