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H.A. 07.07.2016 19:43

AW: Unklare Antworten
 
Hallo Max, wenn Du schon eine Biopsie machen lässt, würde ich persönlich diese mit einer Thermoablation kombinieren, die Biopsie wäre somit nur noch Anhaltspunkt für die Behandlung, falls weitere Metastasen auftauchen würden. Bei Läsionen bis 4 cm, auch wenn maligne, sind die Ergebnisse einer solchen Behandlung sehr gut, und Du hast mit wenig Aufwand und Komplikationen zu rechnen. Weiterhin würde im Zuge der Ablation auch die unbegründetete Sorge zwecks Aussaat von Tumorzellen in den Stichkanal beseitigt sein, weil durch eine Ablation der Stichkanal während des langsamen Entfernens der Sonde, der sogenannten Trackablation hier vorbeugt.

Wie Du schon richtig schreibst, wären Fremdblutinfusionen ein Hochrisiko, da niemand seinen Gesundheitszustand zu 100% kennt. Auch wird angenommen, dass zwischen Primärtumor und Metastase eine Art Kommunikation von statten geht, was z.B. in manchen Fällen das Verschwinden der Metastasen nach der Entfernung des Primärtumors erklären würde. Leider ist es aber meistens so, dass trotz Entfernung des Primärtumors oft Mikrometastasen bestehen, welche je nach körperlichen Zustand zum Vorschein kommen, oder durch ein gutes Immunsystem ruhen, bzw. zum Stillstand kommen, bzw. gar nicht in Erscheinung treten trotz Existenz. Dies erklärt auch das oft späte Auftreten von Metastasen nach bis zu 20 Jahren und länger, wenn der Körper durch Alterung schwächer wird. Ich hoffe das ist soweit verständlich. "Spezialitäten" im Bezug auf Metastasierung hinsichtlich Apoptose, Basalmembrane, proteinauflösende Enzyme, Proteasen usw. spare ich mir jetzt mal der Einfachheit halber.....:)
Für die Dauerzweifler füge ich noch hinzu: Eine abgelöste Tumorzelle ist keine Tumorstammzelle. Ihre Teilungsfähigkeit ist beschränkt oder gar nicht gegeben....;)

Wegen der Psyche mach Dir mal keine so großen Sorgen, es gibt sehr viele Menschen die Ihr ganzes Leben lang unter Druck und Stress stehen, und keinen Krebs bekommen. Deine Psyche ist so stark wie Du entschlossen bist, also mach Dich selber nicht zum Schwächling, und glaube das Dich jeder Windstoß umhauen könnte, Du hast gar keine Ahnung was in einem Menschen alles für Kräfte schlummern...:)
Grüße Hugo

gast 57 08.07.2016 16:55

AW: Unklare Antworten
 
Hallo Hugo
Vielen Dank für Deine interessante Sichtweise der Dinge.
Werde Deinen Vorschlag betreffs Ablation mal beim Doc ansprechen. Bezweifle aber, dass dies in meinem Falle möglich ist, weil lt. Besprechung mit dem Orthopäden ein Eingriff am Schultergelenkkopf stattfindet. Dies wird durch einen kl. Schnitt an der Schulter erfolgen und mittels einem scharfen Löffel wird ein wenig Knochengewebe gewonnen. Das Präparat wird dann aufwendig bearbeitet und man gewinnt daraus das zu untersuchende Gewebe.
Na hoffentlich kommt dann dabei endlich mal was raus.
Viele Grüße

H.A. 09.07.2016 19:00

AW: Unklare Antworten
 
Das ganze nennt sich "Radiofrequenzablation und Zementoplastie", je nach Bildungsstand des Arztes wirst Du hören "Hää was isn des" oder "darüber könnte man nachdenken"...

Gruß Hugo

Robbs 09.07.2016 22:58

AW: Unklare Antworten
 
Also bezüglich Biopsie habe ich andere Erfahrung. ich sehe da sehr wohl die Gefahr der Zellverschleppung.
Bei meiner Frau wurde ja der Tumor bei der OP verletzt, Flüssigkeit und Blut ergoss sich in den Bauchraum. Trotz Absaugen und Spülen 8 Monate später der Bauchraum mit malignen Zellen übersät.
Erstens total untypischer Ort für Metastasierung, zweitens von Spezialisten bestätigt. Die Zellen haften mit einer Adhäsionskraft sofort am Gewebe und gehen eine Verbindung ein, sie haften an. Nicht absaugbar, nicht wegzuputzen.
Meist nach 6 bis 9 Monaten später kommt dann die Bescherung.

So selten ist das also nicht, wird nur gern verschwiegen nehme ich an.
Vom Prinzip her sicherlich auch auf eine Biopsie übertragbar.
Meine Meinung, ich bin zwar kein Arzt, habe aber Doktorarbeiten über genau dieses Thema aufmerksam gelesen.

H.A. 10.07.2016 08:42

AW: Unklare Antworten
 
Hallo Robbs, recherchiere mal unter "Abtropf bzw. Abklatschmetastasen",
dann findest Du konkrete Angaben für Deinen Fall.
Einfach spülen wie Du berichtest wird kaum ausreichen, nicht umsonst wird z.B. bei der Peritonialkarzinose ein Spülen der Bauchhöhle mit erhitzten Chemotherapie-Lösungen vorgenommen.
So wie Du schreibst "Flüssigkeit und Blut ergoss sich in den Bauchraum", würde das ja im Prinzip die Gefahr von hunderten Biopsien darstellen, dementsprechend höher das Risiko.
Ich persönlich wäre in Deinem speziellen Fall den Verantwortlichen wegen eines Behandlungsfehlers an den Kragen gegangen.

Grüße Hugo


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